Nach vielen Jahren, unzähligen Zeichenabenden und wunderbaren Begegnungen wird es im Sommersemester 2026 noch einmal einen letzten Kurs von mir an der VHS Bonn geben.
Zwölf Semester lang habe ich den Aktzeichenkurs geleitet, dazu kamen in den letzten Jahren mehrere Skizzenbuchkurse („Unterwegs in der Stadt“) und zwei Samstagskurse, in denen wir Fantasy-Figuren ohne Vorlage gezeichnet haben.
Es war eine lange, inspirierende Zeit – und nun freue ich mich sehr darauf, diesen Weg mit einem besonderen Kurs abzuschließen.
In diesem letzten Aktzeichenkurs möchte ich euch einladen, noch einmal wirklich persönlich zu arbeiten: Wählt euch drei eigene Schwerpunkte, also Themen, Fertigkeiten oder Fragen, auf die ihr euch während des Kurses konzentrieren möchtet.
Manchmal ist das gar nicht so einfach – zu entscheiden, was man eigentlich üben oder vertiefen will. Deshalb möchte ich euch dabei unterstützen, Klarheit zu finden. In den Pausen oder zwischendurch können wir gemeinsam schauen, wo ihr gerade steht und was euch weiterbringt.
Hier ein paar Ideen, die euch helfen können, euren Fokus zu finden – und vielleicht neugierig machen:
Stift und Linie
– Ich möchte meinen Stift lockerer halten und unterschiedliche Griffhaltungen ausprobieren.
– Ich möchte meine Linien lebendiger, rhythmischer und variabler machen.
– Ich möchte bewusster entscheiden, wo Linien fehlen dürfen oder wo sie stärker werden sollen.
Größe und Format
– Ich möchte größer zeichnen – den Schwung aus dem ganzen Arm holen und den Platz auf A3 oder A2 nutzen.
Form und Gestaltung
– Ich möchte lernen, interessante von weniger interessanten Formen zu unterscheiden.
– Ich möchte beim Beobachten verstehen, welche Formen das Wesentliche ausdrücken.
– Ich möchte mehrere Details zu einer stimmigen, klaren Form zusammenbringen.
Licht und Schatten
– Ich möchte die Logik von Licht und Schatten besser verstehen.
– Ich möchte Schattenflächen vereinheitlichen und sie nutzen, um Volumen und Masse zu zeigen.
– Ich möchte Schlagschatten und Körperschatten bewusster einsetzen.
Perspektive und Raum
– Ich möchte die Horizontlinie aktiv wahrnehmen und die Tiefenwirkung gezielt gestalten.
– Ich möchte mein Wissen über Perspektive und Luftwirkung anwenden, um mehr Räumlichkeit zu erzeugen.
Proportion und Anatomie
– Ich möchte die Mitte und das Gleichgewicht einer Figur besser finden.
– Ich möchte die Anatomie einzelner Körperteile – etwa Schultern, Hüften oder Hände – besser begreifen.
– Ich möchte die Kopfanatomie genauer verstehen und zeichnerisch erforschen.
Rhythmus, Gewicht und Masse
– Ich möchte den gestischen Rhythmus einer Pose mit einfachen, schwungvollen Linien ausdrücken.
– Ich möchte darauf achten, dass meine Figuren wirklich stehen, lasten, balancieren.
– Ich möchte Masse und Volumen mit Kreuzkonturen, Überlappungen oder durch Licht und Schatten betonen.
Ich habe in den letzten Jahren unglaublich viel von meinen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern gelernt – über Zeichnen, über Beobachtung und über Geduld.
Ich bin dankbar für all die Gespräche, Skizzen, Missverständnisse und Aha-Momente, die wir geteilt haben.
Darum wünsche ich mir, dass dieser letzte Kurs kein Abschluss im eigentlichen Sinn ist, sondern ein Raum, in dem ihr euren eigenen zeichnerischen Weg noch einmal bewusst wahrnehmt und weitergeht.
Ich freue mich auf ein lebendiges, neugieriges Semester mit euch!




































































